April 2020 : Mein Volk, was habe ich Dir getan?

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Mein Volk, was habe ich Dir getan? Womit nur habe ich dich betrübt? Antworte Mir!

Heiliger, starker, unsterblicher Gott, erbarme Dich unser!

Liebe Freunde,

als wir die Fastenzeit begonnen haben, dachten wir überhaupt nicht, dass es eine so strikte Ausgangsperre wegen der Corona-Pandemie geben würde. Alles ging so schnell! Viele von Ihnen gehen online, um mit uns zu beten und mit uns in den Herzen Jesu und Mariens geistlich verbunden zu sein. Möge diese Zeit der Prüfung zu einer Zeit der Gnade werden! Dieses Jahr können wir nicht wie die letzten Jahre mit vielen von Ihnen in Saint Pierre das österliche Triduum feiern. Lasst uns trotz allem nicht den Mut verlieren. Jesus lässt uns nicht im Stich. Beten wir für alle Opfer des Corona-Virus: Die Verstorbenen, diejenigen, die dieses Virus bekämpfen, die geprüften Familien, das Pflegepersonal. Denken wir auch an die anderen Schwerkranken. Bitten wir auch um das Heil der Seelen. Richten wir unsere Gedanken in dieser Passionszeit auf die Leiden Jesu. Mutter Maria Augusta hatte gewünscht, dass ihre geistlichen Kinder diese Zeit so leben.

Die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils forderten die Getauften auf, die Zeichen der Zeit zu unterscheiden. Stellen wir uns also diese Frage: Was will uns Gott durch die Pandemie des Coronavirus, die er zulässt, sagen? Lasst uns die Heilige Schrift betrachten, um es zu verstehen.

Den ersten Text, den wir Ihnen vorschlagen, ist „Daniels Gebet im Namen der Verbannten in Babylon. (Dn 9, 4k-19) Nachdem wir mit der Weltkirche am Freitag, den 27. März 2020, die Ansprache, das Gebet und den eucharistischen Segen „Urbi et Orbi“ Papst Franziskus live verfolgt haben, müssen wir zuerst um Verzeihung bitten, weil wir unserem Taufversprechen untreu geworden sind. Wer hat die große und tiefe Frage Johannes Pauls II. im Juni 1980 an Frankreich ernst genommen? „Frankreich, älteste Tochter der Kirche, bist du deinem Taufversprechen treu?“ Es ist jetzt die Zeit, uns in diesem kommenden Triduum zu bekehren und entschlossen zu sein. Lasst uns zu Gott sagen: „Mit Deiner Gnade wollen wir unserem Taufversprechen treu sein.“ Der Schluss von Daniels Gebet ist ganz aktuell: „Herr erhöre! Herr verzeih! Herr vernimm das Gebet und handle! Mein Gott, auch um deiner selbst willen zögere nicht“

Den zweiten Text: Mt 23, - 37 - 25,46 (In diesem liturgischen Jahr betrachten wir besonders das Evangelium nach Matthäus.) Wir laden Sie ein, diesen Text zu meditieren. Das bedeutet aber nicht, dass „das Ende der Welt nah ist“! In der eschatologischen Rede Jesu ist nicht nur vom Ende der Welt die Rede. Er ruft uns zum Wachen und zum Beten auf, „um allzeit bereit zu sein“.

Den dritten Text: Offb 15,5 – 16, - 21 Diejenigen, die die Rufe der Jungfrau Maria bei ihren anerkannten Erscheinungen ernst genommen haben, sind über die aktuellen Ereignisse nicht erstaunt. Wir sollen bei Gott Gnaden für unsere Welt und unsere Kirche erlangen und den Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens beschleunigen.

Den vierten Text hat Papst Franziskus am Freitag, den 27. März, ausgewählt: Beruhigung des Seesturms (Mt 8, - 23-27; Mk 4, 35-41; Lk 8,22-25) Jesus ist da. Vertrauen wir auf ihn.

Bemühungen

Mose und Jesus nachahmen, indem man Gott anfleht, der Pandemie ein Ende zu setzen.

Wort Gottes: Numeri 14, 10-19

Gott hat das flehende Gebet Moses erhört.

1. Rubrik: Die Gewissenerforschung treu halten

Fragen wir uns bei der täglichen Gewissenserforschung: Sind wir in unserer Beziehung zu Gott und zu unserem Nächsten wirklich in der Wahrheit? Bitten wir Gott, Er möge unser Gewissen erleuchten, damit wir wirklich werden, was wir sein sollen: treue Jünger Jesu!

2. Rubrik: Vorausplanung

- (Für die französischsprachigen: Novene mit Texten unserer Gründer bis zum Gründonnerstag) .

- Österliches Triduum vom 9 bis. zum 12. April.

- Fest der göttlichen Barmherzigkeit am 19. April.

3. Rubrik: Geistliches Wort:  Mein Volk, was habe ich dir getan?

Auf der ersten Seite dieses Zettels haben wir das geistliche Wort schon eingeleitet. Wir haben die Improperien ausgewählt. Die Kirche bittet uns, sie am Karfreitag während der Kreuzverehrung zu singen. Im Lateinischen bedeutet „improperium“ Vorwurf. Die Improperien sind also Klagen Gottes über sein Volk, das sich von Ihm entfernt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde dieses Lied in verschieden Arten gesungen. Dieses Lied stellt die Güte Gottes und die Untreue seines Volkes einander gegenüber. Die Improperien erinnern auch die Christen, dass auch sie das Volk sind, dem der Herr Vorwürfe macht. Der Herr ermahnt sie, sich zu bekehren, um auf die Liebe Jesu, der uns sein Leben durch sein Kreuz schenkt, zu antworten. Die Gläubigen antworten auf die Vorwürfe: „O Heiliger, starker, unsterblicher Gott, erbarme dich unser.“

Lasst uns versuchen, jedes Improperium an unserer heutigen Lage zu aktualisieren:

1 - Mein Volk, was habe ich dir getan, womit nur habe ich dich betrübt? Antworte mir! Gott wird seit mehreren Jahren – besonders seit 1968 – beleidigt. Die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils haben die Öffnung zur Welt gefordert. Das wurde als eine Aufnahme der Geist der Welt gelebt. Das Christentum ohne das Kreuz ist nicht das von Jesus gewollte Christentum! Alle Getauften sollen wieder dem Evangelium treu werden und unserem so schlimm beleidigten himmlischen Vater sagen: Heiliger, starker, unsterblicher Gott, erbarme dich unser.

2 - Aus der Knechtschaft Ägyptens habe ich dich herausgeführt.Du aber bereitest das Kreuz deinem Erlöser. Wann wurden wir aus Ägypten herausgeführt? Am Tag unserer Taufe. Bitten wir Gott aufrichtig um Verzeihung für unsere Untreue an unserem Taufversprechen. Beten wir zur Sühne für alle Getauften, die gewissermaßen ihren Glauben und Jesus verleugnet haben, der sie „aus Ägypten heraus geführt hat“, indem er sie von der Knechtschaft der Dämonen befreit hat.

3 - Vierzig Jahre habe ich dich geleitet durch die Wüste. Ich habe dich mit Manna gespeist. Du aber bereitest das Kreuz deinem Erlöser. Unser Manna ist das Allerheiligste, die Eucharistie. Wir haben uns mit Freude auf unsere Erstkommunion vorbereitet. Während einer längeren oder kürzeren Zeit haben wir uns immer wieder mit Freude und Liebe von Jesu Eucharistie genährt. Doch haben wir das Sakrament der Liebe Jesu – die Eucharistie – nicht vernachlässigt? Beten wir zur Sühne für alle Beleidigungen und Sakrilegien, die Jesus im allerheiligsten Sakrament verletzten. Heiliger, starker, unsterblicher Gott, erbarme dich unser.

4 - Als meinen erlesenen Weinberg pflanzte ich dich, du aber brachtest mir bittere Trauben, du hast mich in meinem Durst mit Essig getränkt. Der Weinberg eines Christen ist die Kirche. Man gibt Jesus Essig, wenn man sich für die Kirche schämt, wenn man sich in seinem Dorf, in seinem Viertel, bei der Arbeit oder in der Freizeit schämt, sich als Christ zu bekennen. Lieben wir die Kirche. Heiliger, starker, unsterblicher Gott, erbarme dich unser.

5 - Deinetwegen habe ich Ägypten geschlagen und den Pharao versinken lassen im Roten Meer, du aber hast mich den Hohenpriestern überliefert und die Soldaten haben mich gegeißelt. Der Pharao und seine Heere wurden uns am Tag unserer Taufe versenkt. Viele Getaufte wurden durch menschliches Ansehen gelähmt. Sie hatten Angst, in ihrer sehr feindlichen antichristlichen Umgebung von Jesus und seinem Evangelium Zeugnis zu geben. Sie haben Petrus, den Verleugner oder Judas, den Verräter nachgeahmt. Heiliger, starker, unsterblicher Gott, erbarme dich unser. Rette uns!

6 - Ich habe vor dir einen Weg durch das Meer gebahnt, du aber hast mit der Lanze meine Seite geöffnet. Ich habe dich aus dem Wasserabgrund herausgerissen, du aber hast mich in den Abgrund des Todes gestürzt. Das Meer stellt das Reich des Bösen dar, das die Freiheit der Menschen vernichtet hat, indem er sie dem Begehren des Fleisches unterwarf. Jesus hat unsere Freiheit befreit. Lasst uns die Freiheit, die er uns verdient hat, nicht verlieren. Lasst uns nicht mehr durch die falschen Propheten des Liberalismus beeinflussen. Sie empfehlen maßlosen Genuss des Vergnügens. Seien wir Jesus und seinem Evangelium treu. Heiliger, starker, unsterblicher Gott, erbarme dich unser.

7 - Ich habe dir Wasser des Heils aus dem Felsen zu trinken gegeben und dich gerettet, du aber hast mich getränkt mit Galle und Essig. Wann trinken wir Wasser des Heils? Wenn wir die Sakramente empfangen. Wir haben uns nicht mehr an den Mut der hl. Johanna von Orléans erinnert. Sie sehnte sich eifrig nach, in der Gnade Gottes zu sein. Wir haben die Energie von Blanche de Castille [der Mutter des hl. König Ludwig IX.] vergessen. Ihr wäre lieber gewesen, ihren Sohn tot vor ihren Füssen zu sehen als zu wissen, er wäre in Stande der Todsünde. Man tränkt Jesus mit Galle und Essig, wenn man das Gesetz Gottes in Frage stellt, das Böse rechtfertigt oder eine tödliche Sünde begeht. Heiliger, starker, unsterblicher Gott…

8 – Vor dir habe ich meine Herrlichkeit strahlen lassen; im Dornbusch und in der Wolkensäule -, du aber hast mich verspottet und mit einem Purpurmantel gekleidet. Wir waren nicht Zeugen der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor aber wir betrachten seine Herrlichkeit in der eucharistischen Anbetung. Warum haben so viele Getaufte die eucharistische Anbetung vernachlässigt? Jesus wird durch die Lauheit vieler Christen verspottet. Heiliger, starker, unsterblicher Gott, erbarme dich unser.

9 – Deinetwegen habe ich Ägypten geschlagen. Ich habe dir ein Königszepter in die Hand gegeben, du aber hast mich gekrönt mit einer Krone von Dornen. Durch die Taufe haben wir Anteil an der dreifachen Mission Jesu, der Priester, Prophet und König ist. Unsere Großeltern und Eltern sangen in Frankreich gern: „Ich bin Christ. Das ist meine Herrlichkeit, meine Hoffnung und mein Halt.“ Man krönt Jesus mit einem Dornenkranz, wenn man sich schämt, Christ zu sein. Heiliger, starker, unsterblicher Gott, erbarme dich unser.

10 - Ich habe dich erhoben und ausgestattet mit großer Kraft Du aber erhöhst mich ans Holz des Kreuzes. Ich habe dich aus allen Nationen erwählt, du aber hast mich aus der Mauer Jerusalems verstoßen. Die Kirche ist durch die Vollmacht Jesu und durch die heiligmachende Gnade, die den Getauften gegeben wird, erhoben. Die Kirche ist heilig! Warum haben wir glauben lassen, dass sie Sünderin ist wie die anderen Gesellschaften? Wenn man von der Heiligkeit der Kirche Zeugnis ablegt und sich nach der Heiligkeit sehnt, ist man nicht intolerant. Man antwortet auf den Ruf Gottes im Alten Testament und auf den Ruf Jesu im Neuen: „Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig.“ (Lev 19, 2). „Seid ihr vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“ (Mt 5, 48) Der hl. Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Papst Franziskus rufen alle Getauften zur Heiligkeit auf. Man schwimmt gegen den Strom, wenn man sich für die Heiligkeit entscheidet. Lasst uns Jesus nicht aus der Mauer Jerusalems, aus unseren Städten und Dörfern verstoßen. Heiliger, starker, unsterblicher Gott, erbarme dich unser.

Möge unser geistliches Wort niemand zur Entmutigung führen. Es fordert uns viel mehr zur Sühne. Dann wird das Herz Gottes berührt werden. Es wird Gott ermöglichen, seine Barmherzigkeit über unsere Menschheit auszugießen. Denken wir daran: Die Barmherzigkeit kann weder der Gerechtigkeit noch der Wahrheit oder der echten Liebe widersprechen. Leben wir inbrünstig die vierzehn Tage der Passion und das österliche Triduum, das der Gipfel des liturgischen Jahres ist. Dann wird diese Zeit der Prüfung zu einer Zeit der Gnade werden!

Möge der Ostersonntag uns Glauben, Hoffnung und Liebe bringen! Möge uns die Auferstehung Jesu trotz dieser Zeit der Prüfung die echte christliche Freude kosten lassen!

Bezweifeln wir es nicht: Nach der Zeit der Reinigung kommt die Zeit des Triumphs des Unbefleckten Herzens Mariens, das Reich des Herzens Jesu und die Kultur der Liebe. Papst Franziskus ließ das Evangelium der Beruhigung des Seesturms vorlesen, bevor er am Freitag, den 27. März, den Segen „Urbi et Orbi“ spendete. Dieses Ereignis wird in den drei synoptischen Evangelien berichtet (Mt 8, - 23-27, Mk 4, 35-41, Lk 8, 22-25). Dieses Evangelium soll uns in der Hoffnung, in der Gelassenheit und in der christlichen Freude bewahren.

Möge diese Zeit der Prüfung uns auf das Wesentliche ausrichten. Für uns Christen ist Jesus, der Heiland, unser Herr und Gott das Wesentliche! Die größte Gefahr ist nicht der Tod des Leibes sondern der ewige Tod der geistlichen Seele durch die ewige Verdammnis. Lasst uns diese Zeit der Prüfung im Vertrauen und in Gelassenheit leben. Denken wir zugleich an die Improperien, die Vorwürfe Gottes an sein Volk. Wir sollen ihn um Verzeihung und Sühne bitten. Wenn unser Herz wirklich die Sünde bereut, dann wird er seine Barmherzigkeit reichlich über unsere Seele ausgießen. Der Ostersonntag wird trotz der Ausgangsperre der große Tag der Freude und der Hoffnung, die Gott uns schenkt (Vgl. Psalm 118,24).

4. Rubrik: Weiterbildung

Diese Zeit ist günstig für Lektüre und Betrachtung. Wir laden Sie ein, die Nummer 2803 bis 2865 des K.K.K. zu vertiefen, um das „Vater Unser“ besser zu beten. Jesus hat uns dieses Gebet gelehrt. Am 25. März haben es alle Christen gebetet – wie es Papst Franziskus aufgefordert hatte - um Gott, unseren Vater, darum zu bitten, die Pandemie des Corona-Virus anzuhalten.

5. Rubrik: Aktion

Auch wenn wir nicht rausgehen können, wie wir es wünschen, kann unser missionarischer Eifer nicht begrenzt werden. Beten wir zur hl. Theresia vom Kinde Jesus, der Mitpatronin der Mission, eifrige Missionare Jesu und seines Evangeliums zu sein durch Gebet, Mails, Post, Telefonate. Die Heiligen konnten sich allen Lagen anpassen und kreativ sein. Ahmen wir sie nach!

6. Austausch

Mit Freude geben wir Ihnen bekannt:

- Die ewigen Gelübde Sr. Teodoras in Saint Pierre de Colombier, am Samstag, 5. September 2020 um 15 Uhr.

- Die Priesterweihe von Bruder Benoit, die von Bischof Jean-Louis Balsa gespendet wird in Saint Pierre de Colombier am Samstag, 17.Oktober 2020 um 15 Uhr.

Ich versichere Ihnen die Gebete und die Zuneigung Mutter Magdeleines und aller unserer Brüder und Schwestern und segne Sie mit Zuneigung. Ich danke Ihnen für Ihre Großzügigkeit. Wir wünschen, dass der Monat April trotz der Prüfungen geistlich fruchtbar sei. Noch einmal vertrauen wir Ihren Gebeten die Baustelle der Gebetsstätte U.L.F. vom Schnee an und bedanken uns bei Ihnen für Ihre Spenden.

Pater Bernhard.

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