Gründungsgeschichte

Wie sind die Apostel der Liebe entstanden?

Kurze Geschichte und Schritte der Gründung der Missionarfamilie Unserer Lieben Frau, Vortrag von Pater Lucien-Marie, 15. Dezember 1996.

Meine Berufung

Ich mochte die katholische Pfadfinderschaft sehr, die in Frankreich vor allem von Pater Sevin, einem Jesuiten, gegründet wurde. Nachdem ich viel darüber nachgedacht hatte, Familienvater zu werden, packte mich das Evangelium und ich sagte "ja" zu Unserem Herrn, um Priester zu werden. Nicht als Diözesanpriester, sondern eher als Ordenspriester, wie der Heilige Franz von Assisi oder der Heilige Franz Xaver (Oktober 1930). In der Zeitschrift "Le Chef", die 1931 von Pater Sevin verfasst wurde, schrieb er Artikel über den "Pfadfinderorden". Er erklärte, wie der Geist der Pfadfinder offen sei für die Praxis der Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams und für den Geist der Bildung junger Menschen, der menschlichen Bildung, der Charakterbildung, des Geistes der Selbsthingabe, um "dem Nächsten zu dienen und ihn zu retten" (vgl. das Pfadfindergesetz), mit neuen aktiven Methoden, die darauf abzielen, die ganze menschliche Persönlichkeit zum menschlichen und geistlichen Dienst mit der Gnade Gottes zu entwickeln. Es hat mir sehr gut gefallen.

Ich schrieb an Pater Sevin, und er riet mir, da ich Priester werden wolle, in das Priesterseminar von Paris, in Issy-les-Moulineaux zu kommen und um die geistliche Leitung von Marc Lallier zu bitten, seinem Mitarbeiter in der Ausbildung der Pfadfinderführer Frankreichs, der Priester und Lehrer an diesem Seminar geworden war. Marc Lallier hatte auch den Wunsch nach der Gründung eines "Pfadfinderordens". Aber Pater Lallier sagte mir, dass wir warten müssten, weil er nicht die Möglichkeit sehe, dass dieses Projekt sofort durchgeführt werden könne. So wurde er später Bischof von Nancy, dann von Marseille, dann von Besançon.

Da nichts unternommen wurde, wurde ich nach Militärdienst und Krieg am 29. Juni 1941 in Viviers zum Priester geweiht. Als ich zum Vikar von Notre-Dame d'Annonay ernannt wurde, stand ich in Kontakt mit einer Reihe junger Mädchen, die Gottes Ruf zum Ordensleben spürten.

Die erste Gruppe

Diese jungen Mädchen aus Annonay fühlten sich zu keiner bestehenden Ordensgemeinschaft hingezogen, und Augusta Bernard, die 37 Jahre alt war, war wegen ihres schlechten Gesundheitszustands die Mitgliedschaft in der Coenaculum-Gemeinschaft verweigert worden. Ich dachte damals, dass ich mit ihnen über meine eigenen Wünsche und Hoffnungen für eine neue Gemeinschaft sprechen könnte, sowohl im Geiste eines Pfadfinderordens, bereichert durch ihre eigenen Erfahrungen der Teilnahme an "besonderen Bewegungen der Katholischen Aktion", als auch im Geiste der Kleinen Schwestern von Pater Charles de Foucauld.

Wir bildeten dann eine Gruppe. Gruppe, die wir "von Unserer Lieben Frau vom Schnee" nannten, weil uns verschiedene Zeichen zu der Annahme veranlasst hatten, dass die Heilige Jungfrau sich freuen würde, so genannt zu werden, sie, die Unbefleckte Jungfrau. Diese Gruppe würde wie eine erste Vorbereitung für die gewünschte Ordensgemeinschaft sein.

Sie baten mich, die Verantwortung dieser Gründung zu übernehmen, weil sie sehr entschlossen waren, das zu leben, was ich ihnen dargelegt hatte. Nach einem langen und sehr ermutigenden Kontakt mit Marthe Robin (französische Mystikerin, die 1981 starb) übernahm ich in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar 1946 diese Verantwortung.

Saint-Pierre-de-Colombier

Im Februar 1946 wurde ich zum Pfarrer von Saint-Pierre-de-Colombier ernannt. Die ersten Kontakte der Gruppenmitglieder mit Bischof Couderc, Bischof von Viviers, waren nicht ermutigend. Und vor allem, als sie ihren Wunsch äußerten, ihr gemeinsames Leben in Saint-Pierre-de-Colombier unter meiner Leitung zu beginnen, sagte er ein klares "Nein! Aber Marthe ermutigte Augusta Bernard nachdrücklich und sagte ihr, dass unser Bischof in einiger Zeit einwilligen würde. Im Saint-Pierre stellten wir auf dem Hügel eine große Statue auf, die der "Wundertätigen Medaille" entsprach, die wir die Statue Unserer Lieben Frau vom Schnee nannten. Unser Bischof, der eingeladen war, sie zu segnen, kam am Oktavtag der Unbefleckten Empfängnis, dem 15. Dezember 1946. Nach dem Segen regte er die Gruppe an, nach Saint-Pierre zu kommen. Diese Gruppe absolvierte eine katechetische Ausbildung in Lyon und ließ sich am 31. Mai 1947 in Saint-Pierre-de-Colombier nieder.

Erste Schritte

Im Alltag von Saint-Pierre wurde die Gruppenleiterin schnell zur "Mutter" der "Familie", der "Domini-" Familie (die Familie des Herrn) , die in einem "Foyer" (einem Haus) lebte und den Kontakt mit der Bevölkerung pflegte. Dies geschah durch verschiedene Dienstleistungen, Hilfs- und Pflegeleistungen und vor allem der Kontakt mit jungen Mädchen, die in den Seidenfabriken, den "Spinnereien", arbeiteten, wo einige Mitglieder unserer Gruppe auch arbeiteten, um den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen. Jeden Tag nahmen alle Mitglieder der Familie an meiner heiligen Messe teil, beteten das Offizium, beteten den Rosenkranz und beteten das Allerheiligste Sakrament an. Sonntags nahmen sie oft an Treffen junger Mädchen vor Ort oder in der Umgebung teil, z.B. an Aktivitäten der Kirchengemeinde, indem sie den anderen jungen Mädchen Freizeitangebote veranstalteten.

Haus in Privas

1953 richteten wir mit der Genehmigung von Bischof Couderc und dem wohlwollenden Empfang von Pater Briand, Pfarrer von Privas, ein zweites Foyer in der Nähe der Kirche ein. Die Mitglieder unserer Domini-Familie beteiligten sich an den Aktivitäten der Pfarrei, insbesondere an der Katechese der Pfarrei und des Gymnasius. Sie halfen auch strapzierten Familienmüttern auf konkrete Weise, indem sie Hausarbeit, insbesondere schwere Wäsche, ohne Waschmaschine übernahmen. Sie hatten einen menschlichen und spirituellen Einfluss auf die Mütter.

Die Regel

Bischof Couderc bat uns, eine Regel für unsere Ordensgemeinschaft zu verfassen. Die Vorsehung erlaubte, dass ich ernsthaft an Tuberkulose erkrankte. Daher erhielt ich von unserem Bischof den Befehl, mich Anfang Juni 1955 in das Sanatorium für Geistliche und Ordensleute in Thorenc bei Grasse einweisen zu lassen. Mit Hilfe der Ratschläge der anwesenden kranken Ordensleute, die mich über ihre Regel oder ihre Konstitutionen kundtaten, schrieb ich eine eigene Regel für unsere Gemeinschaft. Nachdem ich sechs Monate lang dort war und nicht mehr ansteckend war, kehrte ich nach Saint-Pierre zurück und übergab Bischof Couderc eine Kopie dieser Regel. Er war zufrieden und überzeugt.

Die Arbeiterstadt von Saint-Montan

Bischof Couderc wollte, dass wir uns in der Arbeiterstadt zwischen Saint-Montan und Viviers niederließen, die für die Arbeiter beim Bau des Staudamms an der Rhône eingerichtet wurde. Er fand uns ein armes Haus. Es gab eine Kapelle, aber keinen Priester. Es waren etwa zweihundert Kinder in der Schule. Ein drittes Haus wurde daher in der Arbeiterstadt eingerichtet, das sehr weltoffen war: soziale und religiöse Aktivität, sehr "missionarisch". Bischof Couderc war begeistert.

Bischof Hermil

Bischof Hermil trat nach dem Konzil im Januar 1966 in Viviers die Nachfolge von Bischof Couderc an, der damals alt und ermüdet war. Er bat uns, mit Hilfe eines Kanonikers unseren kirchlichen Status zu klären. Unsere Schwestern trugen keine Ordenstracht, so sagte uns dieser Kanoniker, wir sollten eine Wahl treffen: entweder Säkularinstitut, dessen Mitglieder als Laien in der Welt allein lebten, ohne jegliches religiöses Zeichen, oder Ordensinstitut mit Ordenstracht, gemeinsamem Leben und Gelübden in der Gegenwart der Gläubigen. Wir schätzen das gemeinsame Leben. Die Versprechen wurden bis dahin jedes Jahr von der "Mutter" der Familie und mir selbst empfangen, ohne ewige Gelübde, ohne die Anwesenheit anderer. Unsere Schwestern nahmen ein sehr einfaches Kostüm an: weiße Tunika für die liturgischen Gebetszeiten mit weißem Schleier und einfacher marineblauer Schleier außerhalb der Liturgie. In der Zwischenzeit errichtete Bischof Hermil am 25. November die Gemeinschaft in "Frommer Vereinigung" unter dem Titel "Institut der Missionare Unserer Lieben Frau vom Schnee". Das neue Ritual der religiösen Versprechen wurde 1971 veröffentlicht. Wir verwendeten es zum ersten Mal für die Immerwährenden Versprechen in Gegenwart der Gläubigen, in der Kirche von Saint-Pierre, am 10. September 1972 für unsere Schwestern. Die ewigen Gelübde wurden dann seit 1984 vor den Gläubigen in der Kirche von Saint-Pierre-de-Colombier abgelegt.

Die Brüder

Seit langem wollten junge Leute nach Saint-Pierre-de-Colombier kommen, um Domini "Brüder" der Missionsgemeinschaft Unserer Lieben Frau vom Schnee zu sein. Dies war nicht zugelassen worden. Im Jahr 1975 stellten sich einige vor und Bischof Hermil willigte ein. Im Jahr 1984 waren sie bereit, ewige Gelübde abzulegen. Da ich ein einfaches Mitglied der Priester der Diözese war, während ich (als Vater) vor dem Bischof für die Gemeinschaft verantwortlich war, fragte ich Bischof Hermil, ob er selbst bereit wäre, meine ewigen Gelübde mit denen der ersten Brüder zu empfangen. Er nahm sehr bereitwillig an und kam am 1. Juli 1984 nach Saint-Pierre, um sie vor den Schwestern und Gläubigen zu empfangen. Damit wurde ich Mitglied der Gemeinschaft.

Gründung der ersten "Foyers" (Haüser) außerhalb der Diözese Viviers

1979 gründeten wir ein "Foyer" in Lyon, mit dem Einverständnis von Kardinal Renard.
1980, gründeten wir ein "Foyer" in Marseille, mit dem Einverständnis von Kardinal Etchegarray.
1984, gründeten wir ein "Foyer" in der Bretagne, in Grand-Fougeray, in der Diözese von Rennes, mit dem Einverständnis von Kardinal Gouyon.
1988, gründeten wir ein "Foyer" im Elsass, in Schlettstadt, mit dem Einverständnis von Bischof Brand, der um einen Priester bat.
1996, gründeten wir ein "Foyer" in dem Département Var, in Trans, mit dem Einverständnis von Bischof Madec, Bischof von Toulon.

Die Liturgie

In diesen Jahren des Konzils und seinen Nachwirkungen waren wir entschlossen, ihn in die Praxis umzusetzen, insbesondere was die Liturgie anbelangte, sobald Rom die Ausführungsdekrete veröffentlichte. Wir sangen das Stundengebet auf Französisch. Wir feierten die heilige Messe gewöhnlich auf Französisch und immer mit einem Höchstmaß an Würde, Schönheit und Beteiligung der Gläubigen.

Die Weiterbildung

Die ersten Jahre der Anwesenheit derer, die den Ruf Jesu verstanden haben, waren im Wesentlichen der Ausbildung gewidmet. Mindestens drei Jahre lang (Postulat und Noviziat) erledigten wir neben der Ausbildung in der Praxis der Regel die gesamte Hausarbeit und entwickelten Kenntnisse über die Kirchenlehre und die Heilige Schrift. Für einige Brüder oder Schwestern war es auch die Zeit des philosophischen Studiums, zunächst mit Hilfe eines Assumptionistenpaters, der Professor war. Für diejenigen Brüder, von denen wir glaubten, dass sie sich auf das Priestertum vorbereiten könnten, begannen die Kurse an den Universitäten von Rom oder Frankreichs.

Ersten Priesterweihen

Als sie bereit waren, fanden nach dem Diakonat die Priesterweihen in unserer Kirche von Saint-Pierre-de-Colombier durch Bischof Hermil oder seinen Vertretern statt.

Aktivitäten

In Anwendung unseres Charismas der menschlichen und vor allem geistlichen Bildung wurden apostolische Aktivitäten entwickelt: Katechese, Exerzitien nach den Exerzitien des heiligen Ignatius, in Saint-Pierre, Le Grand-Fougeray und Sélestat, Einkehrtage für Ehepaare oder für Jugendliche, Sommerlager, sonntägliche Treffen unserer Freunde, Wallfahrten, usw.!

Schritte für eine kanonische Errichtung und Errichtung der Vereinigung der Christusgläubigen

1991 wollte Bischof Hermil, dass unsere Gemeinschaft im Einvernehmen mit Rom als Ordenskongregation errichtet wurde. Er nahm Kontakt mit der Ordenskongregation in Rom auf. Dort traf er Pater Jean Bonfils, eines der Mitglieder. Es wurden Schritte unternommen, aber Rom antwortete: "Für den weiblichen Zweig ist es möglich, aber nicht für den männlichen Zweig: Wir müssen warten, bis seine Mitglieder zahlreicher sind". P. Bonfils wurde zum Bischof von Viviers ernannt. Er nahm seinen Sitz am 28. November 1992 in Besitz. Die Antwort Roms machte uns bewusst, dass eine kanonische Errichtung als Ordensgemeinschaft voraussetzen würde, dass die so genannten männlichen und weiblichen "Zweige" völlig getrennt seien, mit von einander sehr unabhängigen Oberen und Mitgliedern. Für uns, die wir eine "Familie" sind, zu der Brüder und Schwestern gehören, war dies undenkbar. Bischof Bonfils war angesichts dieser Situation der Meinung, dass die einzige, gegenwärtige Lösung darin bestehe, unsere "Missionarfamilie Unserer Lieben Frau vom Schnee" als "Öffentliche Vereinigung der Gläubigen Christi" zu errichten, die in großer Zusammenarbeit miteinander als Obere einen "Moderator" und eine "Moderatorin" haben könnte. So wurden mit Hilfe eines Kanonikers "Statuten" erstellt, in denen jedoch festgelegt ist, dass alle Mitglieder die evangelischen Gelübde ablegen und eine "Regel" beachten.

Errichtung als Institut des geweihten Lebens

Unsere Situation war unklar und ziemlich zweideutig. Bischof Bonfils dachte dann bei der Vertiefung des gegenwärtigen Codex des Kirchenrechts, dass wir eine "neue Form des geweihten Lebens" sein könnten, und begann, Schritte in diese Richtung zu unternehmen. Da diese weitgehenden Schritte und die Ausarbeitung der "Konstitutionen" fast abgeschlossen waren, wurde er zum Bischof von Nizza ernannt und verließ Viviers im August 1998. Wir haben lange auf seinen Nachfolger gewartet. Schließlich wurde Bischof François Blondel ernannt und erhielt am 9. Januar 2000 die Bischofsweihe in Viviers. Unverzüglich nahm er den Abschluss der Tätigkeit von Bischof Bonfils in die Hand. Schließlich erhielt er am 8. Juli 2000 eine befürwortende Stellungnahme des Vatikans, damit er das Dekret zur Errichtung der "Missionarfamilie Unserer Lieben Frau" als "Institut des geweihtes Leben diözesanen Rechts" unterzeichnen konnte. Er tat dies am 1. Oktober 2000 und legte fest, dass das Dekret am 7. Oktober, dem Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz, in Kraft treten werde.

Ergänzung zu unserem Namen

Warum wird "vom Schnee" aus dem Namen gestrichen? Weil Rom glaubt, dass zwei Ordensgemeinschaften in derselben Diözese keine zu ähnlichen Namen haben dürfen. Da es das "Zisterzienserkloster Unserer Lieben Frau vom Schnee" gibt, mussten wir "vom Schnee" in unserem offiziellen Namen streichen. Das hindert uns in keiner Weise daran, eine große Verehrung für Unsere Liebe Frau vom Schnee, die Unbefleckte Jungfrau, die "Erste der Cordée (Seilschaft)", zu haben, die uns tatkräftig beim Aufstieg und beim Streben nach der Vollkommenheit der Liebe bis in den Himmel hilft. Wir werden sie immer auf eine besondere Art und Weise feiern.

Wir danken der Heiligen, Katholischen, Apostolischen und Römischen Kirche, die uns, wie uns Bischof Blondel als ihr Sprachrohr sagt, in die "große Familie der Institute des geweihten Lebens" gebracht hat.

Pater Lucien-Marie

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